Entstehung

Bis zum Jahr 2006 gab es in Deutschland zwei Gesellschaften, die sich wissenschaftlich mit den Problemen der Wirbelsäule auseinandersetzten:

  1. Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie
  2. Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung

Die Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie wurde am 4. Juni 1987 in Hamburg gegründet als eine Vereinigung von Chirurgen, Unfallchirurgen, Orthopäden, Neurochirurgen sowie weiteren Personen, die auf dem Gebiet der Wirbelsäule in Klinik und Forschung tätig waren.

Zweck waren die Weiterentwicklung und Vertiefung der klinischen und wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie. Aufgabe der Mitglieder der Gesellschaft war es, durch den Austausch und die Vermittlung eigener Kenntnisse und Erfahrungen die experimentelle und klinische Forschung auf diesem Gebiete zu fördern.

Die Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung wurde schon viel früher, nämlich am 5. Juli 1958, in Frankfurt gegründet, um die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Problemen der Wirbelsäule zu fördern. Regelmäßige Jahres- und Arbeitstagungen und die Herausgabe der Zeitschrift „Wirbelsäule in Forschung und Praxis“ zeigten das Engagement.

Darüber hinaus wurden herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit dem Georg-Schmorl-Preis ausgezeichnet. Verdiente Wirbelsäulenforscher wurden durch die Junghanns-Gedächtnis-Vorlesung geehrt.

Thematische und inhaltliche Überschneidungen führten schon ab 1990 zu Bemühungen, eine Vereinigung beider Gesellschaften zu erreichen, um die Kräfte zu bündeln. Zu diesem Zeitpunkt war aber aufgrund von auftretenden Widerständen die richtige Idee noch nicht durchsetzbar.

Im Jahr 2003 schließlich wurde Herr Prof. Carstens zum Präsidenten der Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung gewählt. Auf der entscheidenden Mitgliederversammlung wurde ihm das ausdrückliche Mandat zur erneuten Kontaktaufnahme mit der Deutschen Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie übertragen mit dem Ziel von Gesprächen hinsichtlich einer möglichen Vereinigung beider Gesellschaften.

Die Veränderungen auch auf europäischer Ebene mit der Entstehung von „Spine Societies“ in vielen Ländern der Welt und einer „Spine Society of Europe“ zeigten die Notwendigkeit der Überprüfung der bisherigen Überlegungen.

Nicht zuletzt waren das persönliche Vertrauensverhältnis der Präsidenten der beiden Fachgesellschaften Herr Prof. Carstens und Herr Prof. Mayer und die hervorragende Zusammenarbeit der Vorstandsmitglieder der beiden Gesellschaften die unabdingbare Grundlage dafür, das Projekt „Deutsche Wirbelsäulengesellschaft“ zu realisieren.

In vielen Verhandlungen konnte man sich auf eine gemeinsame Satzung einigen, die von Herr Prof. Carstens und Herr Prof. Wilke, dem damaligen Generalsekretär der DGW, ausgearbeitet wurde. Formal wurde die Vereinigung dadurch ermöglicht, dass sich die Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung 2005 auflöste und ihren Mitgliedern empfahl, in die Deutsche Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie einzutreten.

Diese wiederum beschloss auf der Jahrestagung 2006 in München ihre Umbenennung in „Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG)“. Herr Prof. H. Michael Mayer aus München, der letzte Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie, wurde der erste Präsident der DWG, Herr Prof. Claus Carstens wurde dann 2007 der zweite Präsident.

Die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der beiden Gesellschaften und die damit verbundene Freisetzung von offensichtlich vorhandenen Potentialen werden durch die folgenden Zahlen verdeutlicht. Die Jahrestagungen der Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung verzeichneten ca. 50, die der Deutschen Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie ca. 350 Teilnehmer. Der Gründungskongress der DWG 2006 in München zählte dagegen 747 Besucher, 2007 in Mannheim waren es 819, in Ulm 2008 schon 1.025, in München 2009 1.291, in Bremen 2010 1.303, in Hamburg 1.427 Besucher, in Stuttgart 1.491 und 2013 in Frankfurt 1.609 Teilnehmer.

Inzwischen ist die DWG die größte, fachgebundene Wirbelsäulengesellschaft Europas. Sie ist das interdisziplinäre Forum von Grundlagenforschern sowie konservativ und operativ tätigen Kollegen in Deutschland. Die Ende des Jahres 2012 über 1.250 Mitglieder rekrutieren sich mit einer jedes Jahr steigenden Zahl in erster Linie aus Neurochirurgen, Unfallchirurgen und Orthopäden. Die beschriebene Erfolgsgeschichte wird weitergehen und zeigt retrospektiv die Richtigkeit der 2005 – 2006 getroffenen Entscheidungen.

Prof. Dr. Claus Carstens, Baden-Baden
Prof. Dr. Hans-Joachim Wilke, Ulm

Historie

Die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft blickt zurück auf eine ereignisreiche Geschichte.

Fusion DGWC + DGWF

1. Jahrestagung 30. November–02. Dezember 2006

  • Vorbereitung und Abschluss der Fusion DGWC + DGWF
  • Gemeinsame Vorstandssitzung am 7.2.2004 auf Initiative von Prof. Carstens (DGWF), Prof. Mayer und Prof. Wilke (DGWC)
  • Erarbeitung der neuen Satzung (2004–2006)
  • 1. Gemeinsame Mitgliederversammlung am 30.11.2006. Vorstellung und einstimmige
Annahme der neuen Satzung der DWG sowie Wahl des neuen Vorstandes ab 1.1.2007
  • Wesentlicher Punkt der neuen Satzung: Einbindung der jeweiligen 3 „Muttergesellschaften“ (damals: DGOOC, DGU und DGNCH) durch Aufnahme der Leiter der jeweiligen Sektionen bzw. Arbeitsgruppen ‚Wirbelsäule‘ als „ex-officio Vorstands-Mitglieder“

Junge DWG

2. Jahrestagung 13.–15. Dezember 2007

  • Präzisierung der Strukturen der jungen DWG
  • Entwicklung des DWG-Logos
  • Festlegung der organisatorischen Abläufe der Jahrestagung
  • Ehrenmitgliedschaft für Prof. Dr. med. Klaus Zielke
  • Gesellschaftsabend in der Alten Feuerwache mit Darbietung des Stimmenimitators Andreas Müller

Wichtige Entwicklungen

3. Jahrestagung 27.–29. November 2008

  • Aufnahme in die AWMF
  • Gründung neuer Kommissionen (Programm- und Wissenschaftskommission)
  • Vorbereitung von weiteren Kommissionen (Weiterbildung, DRG)
  • Einführung: Best-of-Session, Pro/Contra Vorträge, Übersichtsvorträge
  • Einführung der Vortrags- und Posterpreise auf dem Kongress
  • Gründung der Deutschen Wirbelsäulenstiftung
  • Kontaktaufnahme zur EUROSPINE, erste Schritte für ein Spine Tango Modul
  • Kooperation mit European Spine Journal
  • DWG-Homepage
Wirbelsäule

Ausbau und Professionalisierung

4. Jahrestagung 10.-12. Dezember 2009

  • Gründung der Weiterbildungskommission – 6-Modul-System inkl. Zertifizierung
  • Gründung: DRG-Kommission, Kommission für Berufspolitik
  • Start DWG-Newsletter
  • Einführung Reisestipendien für junge Wirbelsäulenchirurgen
  • Beschluss zur Einrichtung eines Ständigen Beirats früherer Präsidenten
  • Größter Wirbelsäulenkongress Europas

Meilensteine der DWG

5. Jahrestagung 16.-18. Dezember 2010

  • Gründung der DWG-DRG-Kommission
  • Beginn der Kommission Wirbelsäulenregister (F. Meyer)
  • Einführung regelmäßiger Newsletter
  • Reisestipendien in „clinical“ und „basic science“
  • Beginnende Gespräche über Zusatzweiterbildung FA Wirbelsäulenchirurgie

Prägende Ereignisse in der Geschichte der DWG

6. Jahrestagung 08.–10. Dezember 2011

  • Einführung des jungen Forums
  • DWG wird mitgliederstärkste Fachgesellschaft Europas
  • Weiterentwicklung des Weiterbildungskonzepts in der Weiterbildungskommission
  • Vorbereitung der späteren persönlichen Zertifizierung
  • Intensivierung der Zusammenarbeit DGOU/DGNC
  • Hohe wissenschaftliche Aktivität, große Anzahl eingereichter Beiträge

Strukturelle und fachliche Weiterentwicklung

7. Jahrestagung 08.–08. Dezember 2012

  • Einführung des konservativen Forums
  • Einführung einer Zertifizierung für Wirbelsäulenchirurgen
  • DWG bleibt Europas größte Fachgesellschaft
  • ‚Kongress der kurzen Wege‘ im ICS Stuttgart
  • Gesellschaftsabend im Mercedes-Benz-MuseumHohe wissenschaftliche Aktivität, große Anzahl eingereichter Beiträge

DWG-Akademie in Planung

8. Jahrestagung 05.–07. Dezember 2013

  • Beginn der Gespräche zur Gründung einer DWG-Akademie
  • Treffen mit EUROSPINE zur gegenseitigen Anerkennung der Zertifikate
  • Mitgliederzahl steigt weiter
  • Sehr starkes Teilnehmerwachstum am Kongress

Neue Impulse für die DWG

9. Jahrestagung 11.–13. Dezember 2014

  • Initiierung der Zeitschrift ‚Die Wirbelsäule‘ mit dem Thieme Verlag
  • Stärkung der Kooperation DGOU / DGNC / DWG
  • gemeinsame Konsentierung und Akzeptierung des Basiszertifikates der DWG durch die Fachgesellschaften DGNC und DGU/DGOOC/DGOU
  • Qualitätsentwicklung und Strukturierung von Zertifizierungen

Weichenstellungen für die Zukunft

10. Jahrestagung 10.–12. Dezember 2015

  • Etablierung des Zweitmeinungsportales
  • Etablierung der Physiotherapietagung (Kongress)
  • Charitiy-Veranstaltung für einen guten Zweck im Sinne der WS-Therapie (Sky-walk)
  • Medizingeschichte der WS-Therapie als Keynote-Lecture vor den wichtigen
  • Sessions durch Wegbereiter der jeweiligen Themenschwerpunkte
  • Vorbereitung des ersten Live Tissue Kurses in 2016
  • Teilnehmerstärkster Kongress

Interdisziplinäre Vernetzung und Weiterbildung

11. Jahrestagung 01.–03. Dezember 2016

  • Initiierung des Referats Wirbelsäule (erste fächerübergreifende berufspolitische Einheit)
  • Sponsoring des DWG-Registers
  • Erstes Joint Meeting mit NASS
  • Etablierung des Konservativen Basiskurssystems
  • Erster Live Tissue Kurs (M. Rauschmann)
  • Notwendigkeit von Teamarbeit: mehrere Vorstände und Kommissionen für interdisziplinäre Weiterentwicklung der DWG

Ausbau von Zertifizierung, Akademie und Fachpublikation

12. Jahrestagung 30. November –02. Dezember 2017

  • Start der Zentrenzertifizierung (Level I, II & III)
  • Gründung der DWG-Akademie (M. Rauschmann Geschäftsführung)
  • Ralph Kothe wird Generalsekretär
  • Erste Ausgabe ‚Die Wirbelsäule‘ erscheint im Februar 2017
  • ‚Die Wirbelsäule‘ wird auch offizielle Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft
  • Ehrenmitgliedschaft für Prof. Walter Dick

Stärkung von Qualität und Vernetzung

13. Jahrestagung 06.–08. Dezember 2018

  • Etablierung „Referat Wirbelsäule“ im BVOU/BDNC
  • Ad-hoc-Kommission zur Neustrukturierung des Registers
  • Gemeinsame Institutszertifizierung DGOU/DGNC
  • mehr als 1.230 persönliche Basis-, Master- oder Excellence-Zertifikate wurden bereits vergeben
  • 25 zertifizierte Zentren
  • Ehrenmitgliedschaft Patrick Kluger

Wachstum und internationale Anerkennung

14. Jahrestagung 28.–30. November 2019

  • Eine der erfolgreichsten DWG-Tagungen
  • Enormer Anstieg der Mitgliederzahlen
  • Herausgabe ‚Spine Surgery‘ (mit M. Rauschmann) (> 9 Mio. Kapitel-Downloads)
  • Politische Initiative zur Zusatzweiterbildung „Spezielle Wirbelsäulenchirurgie“
  • Gegenseitige Anerkennung DWG – EUROSPINE/EANS-Diplome
  • Starke Aktivitäten in Register- und Zertifizierungskommission
  • Gespräche über Einführung der Zusatzweiterbildung „Spezielle Wirbelsäulenchirurgie“

Digitale Transformation und Krisenbewältigung

15. Jahrestagung 09.–11. Dezember 2020

  • Erster vollständig digitaler DWG-Kongress
  • Komplette Umstellung aller Fortbildungen auf Online-Module
  • Neuverhandlung großer finanzieller Verpflichtungen
  • weitere Gespräche zur Zusatzweiterbildung für die „Spezielle Wirbelsäulenchirurgie“
  • herausforderndes Coronajahr, trotz aller Widrigkeiten mit einem ausgeglichenen
  • Ergebnis für die DWG

Intensivierung der Zusammenarbeit mit DGOU und DGNC

16. Jahrestagung 09.–11. Dezember 2021

  • Annäherung an die Muttergesellschaften DGOU und DGNC mit mehreren Spitzentreffen
  • Intensive Arbeit zur Zusatzweiterbildung „spez. Wirbelsäulenchirurgie“
  • Gemeinsames Masterzertifikat mit den Muttergesellschaften DGOU und DGNC
  • Engere Auswahlverfahren neues Wirbelsäulenregister
  • Jahrestagung mit neuen gemeinsamen Sitzungen „DWG meets DGNC“ und „DWG meetsDGOU“ mit wichtigen Vertretern der Muttergesellschaften (Präsident/Generalsekretär)
  • wöchentliche, digitale Jour-Fixe-Meetings mit Präsidenten, Generalsekretär, Geschäftsstellenleitung und designierten Präsidenten
  • trotz Coronapandemie Ausrichtung der Jahrestagung in Münster mit Teststation und einem ausgeklügelten Hygienekonzept
  • Erfolgreicher Präsenzkongress trotz Pandemie

Neue Impulse für Wissenschaft und Nachwuchs

17. Jahrestagung 07.–09. Dezember 2022

  • Start Ad-hoc-Kommission „Spine Science“
  • STEP – Spine Technology Evaluation Platform
  • Ausbau der Joint Section mit DGOU/DGNC
  • Aufbau Social-Media-Team
  • Einführung Junior Membership in Kommissionen

Interdisziplinarität und Zukunftsförderung

18. Jahrestagung 29. November–01. Dezember 2023

  • Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  • Weiterentwicklung der Registerstruktur
  • DWG auf GCS in Prag (P. Vajkoczy, R. Kothe, M. Arand)
  • Intensive Vorbereitung des neuen Registers
  • mehr als 134 zertifizierte Zentren

Perspektiven für die Zukunft

19. Jahrestagung 27.-29. November 2024

  • Start des neuen DWG-Registers August 2024
  • Erstes gemeinsames Treffen aller Kommissionen 27.09.2024
  • Zusammenschluss Wissenschaftskommission + Spine Science
  • Intensivierung Zusammenarbeit mit DGOU & DGNC im Hinblick auf eine Übernahme der Sektionsarbeit
  • Gastvorträge von Sami Haddadin (Robotik) und Tankred Stöbe (Ärzte ohne Grenzen)
  • Podiumsdiskussion zur Generation Z mit Yannik Blättler
  • Festvortrag von Erik Meijer: „You Never Walk alone“
  • Internationale Gastredner: Raja Rampersaud (Kanada), Nuno Neves und
  • Oscar Alves (Portugal), Jacek Cholewicki (USA) und Paul Hodges (Australien)
  • Integration der Fachtagung Funktionsdienste im OP und der Therapietagung in
  • das Hauptprogramm (Podiumsdiskussion Generation Z und Vorträge Paul Hodges)
  • Party Night im Gaga Club auf der Reeperbahn
  • Gesellschaftsabend in der Handelskammer

Jubiläumskongress 20 Jahre DWG

20. Jahrestagung 10.-12. Dezember 2025

  • Jubiläumskongress 20 Jahre DWG
  • Affiliation mit Brain and Spine
  • Etablierung des neuen Registers
  • Aufnahme als Partnergesellschaft in die DGCH
  • Weitere Gespräche mit DGNC und DGOU zu Gemeinsamer Sektion Wirbelsäule
  • Zustimmung der DGNC-Mitgliederversammlung, Zustimmung des DGOU Vorstandes
  • Zusatzweiterbildung Spez. Wirbelsäulenchirurgie in Themenspeicher der Ärztekammer
  • Gründung der Kommission Social Media
  • Umwandlung des Jungen Forums in eine Kommission